Kanada ist ein immer noch sehr wildes und urwüchsiges Land, bedingt durch seine weite Flächen und die vielen Wälder. Dem gegenüber stehen die großen Städte, in denen das Leben (80 Prozent aller Kanadier wohnen in Städten wie Toronto, Ottawa, Montreal und Vancouver) und der Fortschritt pulsiert. Und besonders die Ostküste ist für Europäer interessant, da diese sehr europäisch anmutet. Einzigartig für Kannada ist die Provinz Quebec. Sie hat einen großen frankofonen Anteil in der Bevölkerung, sodass auch die Amtssprache französisch und nicht englisch ist. Dies sollte man beachten, wenn man sich beispielsweise in Montreal niederlassen möchte.
Einwandern:
Es gibt drei Möglichkeiten, wie man auf lange Sicht Kanadier werden kann. Zunächst einmal über die Familienzusammenführung. Hat man einen Verwandten oder Ehepartner, welcher als Bürge auftreten und zunächst für den Lebenserhalt aufkommen kann, ist man in Kanada willkommen. Dies gilt ebenso für Investoren und Facharbeiter. Besitzt man als Handwerker eine besondere Qualifikation oder übt man einen sogenannten „Mangelberuf“ aus und verfügt über gute Sprachkenntnisse und ein Jobangebot, steht einem Auswandern nach Kanada nichts mehr im Wege.
Die Einwanderungserlaubnis für Kanada muss man in der kanadischen Botschaft im Heimatland beantragen. Um in Kanada eine Duldung als „Landed Immigrant“ zu erhalten, bedarf es eines polizeilichen Führungszeugnisses. Damit hat man eine unbefristete Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung. Nach dem Ablauf von drei Jahren kann man dann die Staatsbürgerschaft beantragen.
Auch ist es wichtig, dass man den deutschen Führerschein umtauscht und eine sogenannte "Social Insurance Number", die Sozialversicherungsnummer beantragt, damit man in Kanada seiner Arbeit nachgehen kann. Je nach Provinz kann man den Führerschein umschreiben lassen oder muss eine neue Prüfung ablegen.
Geld und fremde Währung:
In Kanada wird mit dem kanadischen Dollar bezahlt. Ein kanadischer Dollar entspricht ungefähr 0.63 €. Das Bankwesen ist leider etwas rückständig in Kanada, der Scheck ist nach wie vor sehr beliebt und Überweisungen oder Daueraufträge sind nicht sehr weit verbreitet.
Impfungen und Gesundheit:
Nach drei Monaten Aufenthalt tritt die gesetzliche Krankenversicherung in Kraft. Diese Health Care muss man kurz nach der Anreise beantragen und kostet um die 40 kanadische Dollar im Monat. Um die ersten drei Monate zu überbrücken, kann man sich mit einer Urlaubsversicherung behelfen.
Rente:
Auch wenn man auswandert, bleiben die Rentenansprüche in Deutschland bleiben generell erhalten. In Kanada baut man eine Art Grundrente auf, sobald man erwerbstätig wird. Diese sollte man allerdings mit einer privaten Zusatzabsicherung erweitern, zumal dies auch steuerlich gefördert wird.
Lebenserhaltungskosten:
Kanada gilt laut den Vereinten Nationen als eines der Länder mit dem höchsten Lebensstandard. Die Lebenserhaltungskosten sind mit denen in Deutschland vergleichbar, dennoch ist das Tanken erheblich billiger. Des Weiteren sind die Mieten im Vergleich zu Deutschland erheblich höher, daher ist es eine Überlegung wert, ob man sich nicht ein Haus zulegt auch sprechen die niedrigen Immobilienpreise dafür.
Beachten solle man auch, dass der Strom mit 110 V nur die halbe Leistung erbringt und so viele Geräte aus Deutschland in Kanada nicht funktionieren.